Bürgerschützenverein Horneburg 1384 e. V.

Der Verein

Der Bürgerschützenverein Horneburg 1384 e. V. zählt  321 Mitglieder (Stand 27.08.2011). Sie sind aufgeteilt auf zwei Kompanien. Zur ersten gehören 173 Schützen, zur zweiten 148. Erklärte Satzungsziele sind die Förderung der Heimatpflege und des Heimatgedankens, die Förderung des Schießsports und die Feiern der traditionellen Schützen- und Volksfeste.

Mitglied des Horneburger Schützenvereins kann jeder Bürger werden, der das 18. Lebensjahr vollendet und seinen Wohnsitz im Stadtteil Horneburg hat oder sich aus persönlichen Gründen mit Horneburg verbunden fühlt. Vor Vollendung des 18. Lebensjahres ist eine probeweise Mitgliedschaft ab dem vollendeten 16. Lebensjahr möglich (Schnuppermitgliedschaft). Weitere Einzelheiten sind in der Satzung nachzulesen (die Satzung finden Sie hier).

Jedes Jahr feiert der Schützenverein Horneburg ein großes Fest. Alle drei Jahre findet das Schützenfest als unumstrittener Höhepunkt des Vereinslebens statt. Der nächste Termin ist das Jahr 2014. Im Jahr nach dem jeweiligen Schützenfest folgt der Königsball. Im Jahr 2013 wird es eine neue Festivität in einem überarbeiteten Gewand geben. Planungen dafür laufen.    

Der Förderung der Heimatpflege und des Heimatgedankens gehen die Mitglieder des Heimatausschusses nach. Eine Frucht dieser Arbeit ist alle drei Jahre zum Schützenfest eine umfangreiche Festschrift, die das Vereinsleben darstellt, mit vielen Beiträgen aber auch in die Geschichte des Dorfes blickt.

Der Schießsport wird in den Kompanien gepflegt, die zu regelmäßige Übungsabenden auf dem Schießstand im Vereinslokal „Haus Berens“ einladen. Koordiniert werden die Schießsportaktivitäten durch den Bataillonsschießwart. 



Bei der Proklamation am Schützenfestmontag treten mehrere Gruppen in verschiedenen Akten auf. Die Mitwirkenden haben sich bis zu einem Jahr vorher auf dieses letzte Highlight eines jeden Schützenfestes vorbereitet. Hier Mitgleider der Kaisergarde mit der Horneburger Puppenkiste beim Schützenfest 2011. Foto: Thomas Frölich

Schützenfest

Alle drei Jahre veranstaltet der Bürgerschützenverein Horneburg 1384 e. V. ein großes Schützenfest auf der Festwiese „Alte Freiheit“ im Schatten der Schlosstürme, und zwar in der Regel am ersten Wochenende der Sommerferien. Das nächste Schützenfest findet vom 16.- 18. August 2014 statt.

Der Dorfeingang aus Richtung Oer- Erkenschwick, geschmückt von der Nachbarschaft " Im Bollwerk". Foto: Thomas Frölich

Die ganze Dorfgemeinschaft nimmt Anteil, wenn in Horneburg Schützenfest gefeiert wird. Schon Tage vor dem eigentlichen Fest treffen sich die rund 20 aktiven Nachbarschaften (2011 waren es 24), um das Fest vorzubereiten. Sie binden Kränze, stellen Birkenbüsche auf, hängen Girlanden und Fahnen auf, so dass das ganze Dorf prächtig geschmückt ist. Höhepunkte der drei Festtage sind der historische Schinken-Bier-Tausch mit der Landesregierung am Samstag, der große Festumzug mit sechs Gastvereinen am Sonntag und das Vogelschießen und die humorvolle Proklamation des neuen Königspaares am Montag. Beim Schützenfest bleiben die Horneburger nicht unter sich. Viele auswärtige Gäste schätzen die Festkultur im Schlossdorf und sorgen an allen drei Festtagen für ein proppenvolles Zelt.




Begrüßten so die Gäste zum Königsball 2009. v.l.n.r. Königspaar Hermann- Josef I. und Königin Petra I. (Bergfort), Prinzgemahlpaar Andrea und Heinrich Stork. Foto: Thomas Frölich

Königsball

Auch im Jahr nach dem Schützenfest sorgt der Schützenverein, in der Regel am ersten Sommerferienwochenende, für einen schwungvollen Start in die Urlaubszeit. Dann steht der Königsball als Schützenfestnachfeier auf dem Programm. Der nächste findet im Jahr 2012, am 16. Juni statt.


Ein Blick in die Geschichte

Die alte Freiheit Horneburg feierte 2011 das 30. nachweisbare Schützenfest. Denn die einzige erhaltene Königskette des Bürgerschützenvereins Horneburg listet so viele Könige auf. Sie stammt aus dem Jahre 1833 und ist damit die wichtigste „Quelle“ für die Schützengeschichte im 19. Jahrhundert. Das Schützenfest 2008 war also ein Jubiläumsschützenfest. Der Bürgerschützenverein Horneburg konnte „175 Jahre Königskette“ und gleichzeitig die 175. Wiederkehr der Wiedergründung feiern.

Denn es ist bekannt und belegt, dass es auch vor 1833 im Schlossdorf eine Schützentradition gab, sei es in Form eines Junggesellenschützenvereins oder als Schützengesellschaft. Wurzeln sind vor allem in den historischen Rechten und Pflichten der Bürger in der Freiheit zu erkennen. Daran erinnert der Bürgerschützenverein mit der seinem Namen hinzugefügten Jahreszahl „1384“, die auf die Entstehung des Schlosses Horneburg hinweist. 

Nur für das 20. Jahrhundert liegt eine fast lückenlose Chronik vor. Da sind zum einen die noch vorhandenen Protokollbücher. Wichtige Unterlage ist auch eine im Dorfarchiv vorliegende Übersicht, die seit 1905 von Schützenfest zu Schützenfest fortgeschrieben wurde. Neben der Königskette sind für das 19. Jahrhundert erste Zeitungsannoncen wichtige Quellen. So wird im Jahre 1831 das „Wochenblatt für den Kreis Recklinghausen“ gegründet. Darin ist nachzulesen, dass am 14. und 15. Juli 1833 ein Horneburger Schützenfest gefeiert wurde. 1833 ist, wie geschildert,  auch die erste Jahreszahl, die auf der Königskette zu finden ist. Dass 1835 laut Zeitungsankündigung am 12. und 13. Juli ein Schützenfest gefeiert wurde, korrespondiert ebenfalls mit der Königskette.

Durch eine Plakette an der Königskette ist allerdings nicht belegt, dass auch am 13. und 14. Juli 1834 in Horneburg ein Schützenfest gefeiert wurde. Das sagt aber eine Annonce in besagtem Wochenblatt aus. Wer 1834 König wurde, oder ob es überhaupt ein Vogelschießen gab, ist nicht überliefert. Rechnete man dieses Schützenfest ein, wäre das Schützenfest 2008 bereits das 30. bekannte.

Der häufigste Königsname, der sich auf den Plaketten der Kette findet, ist „Wilhelm“. Der von 2005 bis 2008 amtierende König Wilhelm Pathe regiert bereits als Wilhelm VIII. Vier Könige bisher hießen Josef, rechnet man Franz-Josef I. (Lettmann) hinzu, der eigentlich Josef hieß, gab es schon fünf Majestäten mit diesem Namen. Allerdings mit unterschiedlichen Schreibweisen. So regierte von 1990 bis 1993 Joseph IV. (Fischer).
 
Seit 1926 existiert auch eine Königinnenkette. Unter den Königinnen gab es zweimal eine Hildegard, und zwar Hildegard I. (Reimann) von 1975 bis 1978 und Hildegard II. Pollmüller von 1978 bis 1981. Sonst taucht kein Name zweimal auf.

Bisher gab es zweimal einen Kaiser. Wilhelm I. (Elmenhorst) regierte von 1960 bis 1963. An seiner Seite saß auf dem Schützenthron Kaiserin Mechthild I. (Lettmann). Von 2002 stand das Kaiserpaar Joseph I. (Fischer) und Christel I. (Fischer) an der Spitze des Schützenstaates.