Bürgerschützenverein Horneburg 1384 e. V.

Der Verein

Der Bürgerschützenverein Horneburg 1384 e. V. hat 304 Mitglieder (Stand 05.03.2016); diese sind aufgeteilt in zwei Kompanien: zur 1. Kp. gehören 162, die 2. Kp. zählt 142 Schützen. Erklärte Satzungsziele sind die Förderung der Heimatpflege und des Heimatgedankens, die Förderung des Schießsports und die Feiern der traditionellen Schützen- und Volksfeste.

Mitglied des Horneburger Schützenvereins kann jeder männliche Bürger werden, der das 18. Lebensjahr vollendet und seinen Wohnsitz im Stadtteil Horneburg hat oder sich aus persönlichen Gründen mit Horneburg verbunden fühlt. Vor Vollendung des 18. Lebensjahres ist eine probeweise Mitgliedschaft ab dem vollendeten 16. Lebensjahr möglich (Schnuppermitgliedschaft). Weitere Einzelheiten sind in der Satzung nachzulesen (die Satzung finden Sie hier).

Jedes Jahr feiert der Schützenverein Horneburg ein großes Fest.                                    Alle drei Jahre findet das Schützenfest als unumstrittener Höhepunkt des Vereinslebens statt; im Jahr nach dem jeweiligen Schützenfest folgt der Königsball. Eine lange Tradition in Horneburg hatte das "Rosenhallenfest". Bis in die 1990er Jahre wurde in der großen Halle der Baumschulen Wegmann in Eigenregie im Spätsommer ein ganzes Wochenend-Programm auf die Beine gestellt - viele Schützen samt Familien und zahlreiche Besucher jeder Generation aus der nahen und fernen Umgebung nahmen teil. Im Rahmen des Rosenhallenfestes 1989 fand das 1. Kinderschützenfest der Vereinsgeschichte statt. Dieses wird seit dem immer im 2. Jahr nach dem "großen" Schützenfest gefeiert und ist somit ebenfalls fester Bestandteil im "Festdreiklang" des Vereins.

Der Förderung der Heimatpflege und des Heimatgedankens gehen die Mitglieder des Heimatausschusses nach. Eine Frucht dieser Arbeit ist alle drei Jahre zum Schützenfest eine umfangreiche Festschrift, die das Vereinsleben darstellt, mit vielen Beiträgen aber auch in die Geschichte des Dorfes blickt.

Der Schießsport wird in den Kompanien gepflegt, die zu regelmäßige Übungsabenden auf dem Schießstand im Vereinslokal „Alt Horneburg“ einladen. Koordiniert werden die Schießsportaktivitäten durch den Bataillonsschießwart. 

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Bei der Proklamation am Schützenfest-Montag treten mehrere Gruppen in verschiedenen Akten auf. Die Mitwirkenden haben sich bis zu einem Jahr vorher auf dieses letzte Highlight eines jeden Schützenfestes vorbereitet. Ein Top-Act 2014 war die "Trachtengruppe" im Musikantenstadl ...

Das Schützenfest

Alle drei Jahre veranstaltet der Bürgerschützenverein Horneburg 1384 e. V. ein großes Schützenfest auf der Festwiese in der „alten Freiheit“ im Schatten der Schloßtürme - terminlich ist das Fest bisher günstig in den Sommerferien angesiedelt: 2017 feiern wir vom 26. - 28. August!

Selbst die Kanaldeckel in der Straße werden für das große Fest herausgeputzt - hier eine von vielen Impressionen aus der Nachbarschaft "Im Orot".

Die ganze Dorfgemeinschaft nimmt Anteil, wenn in Horneburg Schützenfest gefeiert wird. Schon Tage vor dem eigentlichen Fest treffen sich die derzeit 25 aktiven Nachbarschaften, um das Fest vorzubereiten. Sie binden Kränze, stellen Birkenbüsche auf, hängen Girlanden und Fahnen auf, so dass das ganze Dorf prächtig geschmückt ist. Höhepunkte der drei Festtage sind der historische Schinken-Bier-Tausch mit der Landesregierung am Samstag, der große Festumzug mit fünf Gastvereinen und drei umfangreichen Fahnenabordnungen am Sonntag sowie das Vogelschießen und die humorvolle Proklamation des neuen Königspaares am Montag. Beim Schützenfest bleiben die Horneburger nicht unter sich: viele auswärtige Gäste schätzen die Festkultur im Schloßdorf und sorgen an allen drei Festtagen für ein proppenvolles Zelt.


Der Königsball

Im Jahr nach dem Schützenfest geben sich, meist im Sommer, unsere Regenten die Ehre und laden ihre "Untertanen", aber auch die befreundeten Majestäten unserer Gastgilden samt "Gefolge", und nicht zuletzt die Dorfgemeinschaft Horneburg ein zum großen Königsball.


Zum Königsball Anfang Juli 2015 wurde der gesamte Thekenbereich der historischen Fassade des Schlosses Horneburg nachempfunden.

Zahlreiche Helfer mit zündenden Ideen sorgen dafür, dem jeweiligen Königshaus ein ansprechendes Ambiente zu gestalten und so Hausherren und Gästen einen unvergeßlichen Abend zu bereiten. Das unverwechselbare Horneburger Flair hat auch diese Feierlichkeit mittlerweile zu einer festen Größe nicht nur in unserem Veranstaltungskalender gemacht ...


Das Kinderschützenfest mit Tageskönigsschießen

Ein Jahr vor den "Großen" feiert der Schützennachwuchs sein Fest. 1989 wurde erstmals offiziell ein Kinderkönigspaar ermittelt, damals noch recht bescheiden und als Programmteil des seinerzeit noch bestehenden Rosenhallenfestes. Mittlerweile wurde dieses - verschiedenen Faktoren folgend - schrittweise zurückgebaut und ersetzt, und seit 2013 stellt das Kinderschützenfest die 3. Jahresveranstaltung des Vereins dar.

Das Kinderschützenfest 2016 wurde als "kleines Jubiläum" begangen, da es das zehnte Fest dieser Art in der Vereinsgeschichte war. Aus diesem Anlass wurden auch alle bisherigen Kinderregenten eingeladen, mit dabei zu sein - ein großer Teil folgte diesem Aufruf und es gab ein spannendes Wiedersehen.

Aus Kindern werden Leute: sogar schon mit eigenem Nachwuchs, präsentierten sich die anwesenden "Ehemaligen" zum "Familienfoto".

In der Festschrift zum Schützenfest 2017 wird ein Artikel dieses Ereignis und die Kinderschützenfest-Historie allgemein beleuchten - hier schon stellen wir die offiziellen Nachwuchsthrone namentlich vor:


Seit dem Jahr 2013 gibt es ihm Rahmen des Kinderschützenfestes einen weiteren interessanten Wettbewerb: jeder Schützenbruder kann "König für einen Tag" werden; stilecht wird hierbei, bereits ein Jahr vor dem großen Schützenfest in der alten Freiheit, auf einen stabilen Holzadler mit Kleinkaliber angelegt.

Als 1. Tageskönig trug sich Wilhelm Pathe in die Annalen des Vereins ein:

von 2005 - 2008 bereits als Wilhelm VIII. regulärer Schützenkönig setzte er sich als Willi I. erneut die Krone auf.


Sein Nachfolger bei der Neuauflage 2016 kommt aus den Reihen der höchst agilen Jungschützen: Dennis I. (Goff).


Ein Blick in die Geschichte 

Die alte Freiheit Horneburg feierte 2014 das 31. nachweisbare Schützenfest; denn die einzige erhaltene Königskette des Bürgerschützenvereins Horneburg listet so viele Könige auf. Sie stammt aus dem Jahre 1833 und ist damit die wichtigste „Quelle“ für die Schützengeschichte im 19. Jahrhundert. Das Schützenfest 2008 war, nach 1963 und 1984 "mal wieder" ein Jubiläumsschützenfest: der Bürgerschützenverein Horneburg konnte „175 Jahre Königskette“ und gleichzeitig die 175. Wiederkehr der Wiedergründung feiern.

Der äußerst fleißige Heimatausschuß ist dabei, die letzten Belege für eine erste urkundliche Erwähnung Horneburgs im Jahre 1220 aufzufinden und zu verifizieren - gelingt dies, steht uns Anno 2020 die 800- Jahr-Feier ins Haus ...

Es ist bekannt und belegt, dass es auch vor 1833 im Schlossdorf eine Schützentradition gab, sei es in Form eines Junggesellenschützenvereins oder als Schützengesellschaft. Wurzeln sind vor allem in den historischen Rechten und Pflichten der Bürger in der Freiheit zu erkennen. Daran erinnert der Bürgerschützenverein mit der seinem Namen hinzugefügten Jahreszahl „1384“, die auf die Entstehung des Schlosses Horneburg hinweist. 

Nur für das 20. Jahrhundert liegt eine fast lückenlose Chronik vor. Da sind zum einen die noch vorhandenen Protokollbücher. Wichtige Unterlage ist auch eine im Dorfarchiv vorliegende Übersicht, die seit 1905 von Schützenfest zu Schützenfest fortgeschrieben wurde. Neben der Königskette sind für das 19. Jahrhundert erste Zeitungsannoncen wichtige Quellen. So wird im Jahre 1831 das „Wochenblatt für den Kreis Recklinghausen“ gegründet. Darin ist nachzulesen, dass am 14. und 15. Juli 1833 ein Horneburger Schützenfest gefeiert wurde. 1833 ist, wie geschildert,  auch die erste Jahreszahl, die auf der Königskette zu finden ist. Dass 1835 laut Zeitungsankündigung am 12. und 13. Juli ein Schützenfest gefeiert wurde, korrespondiert ebenfalls mit der Königskette.

Durch eine Plakette an der Königskette ist allerdings nicht belegt, dass auch am 13. und 14. Juli 1834 in Horneburg ein Schützenfest gefeiert wurde. Das sagt aber eine Annonce in besagtem Wochenblatt aus. Wer 1834 König wurde, oder ob es überhaupt ein Vogelschießen gab, ist nicht überliefert. Rechnete man dieses Schützenfest ein, war das Schützenfest 2008 bereits das 30. bekannte.

Der häufigste Königsname, der sich auf den Plaketten der Kette findet, ist „Wilhelm“; der von 2005 bis 2008 amtierende König Wilhelm Pathe regiert bereits als Wilhelm VIII. Vier Könige bisher hießen Josef - rechnet man Franz-Josef I. (Lettmann) hinzu, der eigentlich nur Josef hieß, gab es schon fünf Majestäten mit diesem Namen, allerdings mit unterschiedlichen Schreibweisen: so regierte von 1990 bis 1993 Joseph IV. (Fischer). Seit dem Schützenfest 2014, als am 18. August Heinrich Draken der glückliche Schuss gelang, zählt dieser als Heinrich IV. ebenfalls zu den meist genannten Regenten.

Seit 1926 existiert auch eine Königinnenkette. Unter den Königinnen gab es zweimal eine Hildegard, und zwar Hildegard I. (Reimann) von 1975 bis 1978 und Hildegard II. Pollmüller von 1978 bis 1981. Sonst taucht kein Name zweimal auf.

Bisher gab es zweimal einen Kaiser: Wilhelm I. (Elmenhorst) regierte von 1963 bis 1966; an seiner Seite saß auf dem Schützenthron als erste Kaiserin Mechthild I. (Lettmann). Von 2002 bis 2005 stand das Kaiserpaar Joseph I. und Christel I. (Fischer) an der Spitze des Schützenstaates.